Zur Bedeutung der Atmung und dem Nachweis der Wirkung

Das gesunde Leben wird geprägt durch einen ständigen Wechsel von Anspannung und Entspannung. 

Der Mensch benötigt ständig Anforderungen und Reize, auf die er dynamisch reagieren kann, um somit sein Regulationssystem zu trainieren und aktiv zu halten. 

Diese Reize haben innere oder äußere Ursprünge und sind psychischer, physischer, oder energetischer Art. 

Der Körper reagiert mit seinen Reizantworten und regelt die entsprechenden Funktionssysteme durch Anpassung auf die neue Situation.

Viele Menschen haben inzwischen verlernt, auf die Signale des Körpers zu hören, aber sie spüren, dass ganz wesentliche Dinge in ihnen nicht mehr in Ordnung sind. 

Das Verhältnis zur Gesetzmäßigkeit einer inneren Ordnung, einer harmonischen Lebensordnung, die man Lebensrhythmus nennt, scheint gestört.

Der Atem galt in allen Kulturen als ein Geheimnis und als Sinnbild des Geistigen. 

Im Altgermanischen findet man für den Atem das Wort "Odem", Od bedeutet dabei, "aus dem Leben Gottes sein". Atmen steht in einer engen Verbindung zum Lebensrhythmus, er bildet die Funktion des Lebens. 

Leider ist in der heutigen Zeit dieser Zusammenhang weitgehend verloren gegangen, weil Hektik, Alltagsstress und Leistungsdruck wenig Zeit für die Pflege der Kultur des Atems lassen. 

Die Schulmedizin kennt die Atmung weitgehend leider nur zur Aufrechterhaltung einer Vitalfunktion. Daher kommen seitens der meisten Ärzte kaum Hinweise zu einer richtigen gesundheitsfördernden Atmung. 

Wie frei man aber im Leben vorankommt, zeigt sich an der Art des Atems, ob man flach und schnell oder tief und entspannt atmet oder schwer und laut schnauft. Atmen ist eine fundamentale Erfahrung vom Leben. 

Zu wenig beschäftigt man sich mit dem Geheimnis und der Wirkung des Atems, meist beschränkt man sich auf dessen automatisches Funktionieren.

In unserer Atemschule steht das Kreisatmen im Mittelpunkt. 

Die Teilnehmer sollen lernen, ihre Atmung gezielt zum Stressabbau, zur Stärkung ihrer Gesundheit, für ihr Wohlbefinden und zur Genesung einzusetzen.

Die Wirksamkeit auf die Herz- Kreislauf- Regulation und den gesamten Energiestoffwechsel kann man mit einem computergestützten Analysesystem messen. 

Damit ist es möglich, das Zusammenspiel zwischen Herz und Gehirn zu untersuchen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die durch das vegetative Nervensystem gesteuerte Schrittmacherfunktion des Herzens. 

Das Herz schlägt nicht gleichmäßig, so wie das Pendel einer Uhr, sondern der Herzschlag schwingt im Rhythmus der Atmung. 

Während des Einatmens schlägt das Herz schneller und während des Ausatmens verlangsamt sich der Herzschlag wieder. Durch eine parallele Erfassung und Auswertung von EKG, Atmung und Blutdruck kann dieser dynamische Zusammenhang analysiert werden. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien weltweit wird der Einfluss der Atmung auf die Dynamik des Herzens seit Jahren nachgewiesen. Die Größe dieser Dynamik bildet einen direkten Biomarker für Gesundheit und Stressresistenz. 

Eine eingeschränkte Dynamik wurde durch die medizinische Wissenschaft bei Depressionen, Angststörungen, Stress, Typ-2-Diabetes und funktionell bedingten Herz-Kreislaufbeschwerden vielfach nachgewiesen. 

Aktuelle Studien begründen den Einsatz bei einer Burnout-Symptomatik. In allen Fällen kann ein Atemtraining zur Verbesserung der Beschwerde-Bilder beitragen.